Reisen – Nicht immer herrscht strahlend Sonnenschein

Die Möglichkeit auf eine Langzeitreise zu gehen, haben wahrlich nicht viele Menschen. Jeden Tag erlebt man neue Abenteuer, darf coole Menschen kennenlernen und einfach nur das Leben geniessen in jeder Hinsicht. Natürlich sehe ich es als Privileg diese Dinge mein „Leben“ zurzeit nennen zu dürfen. Allerdings gibt es auch auf Reisen Dinge, die man zu vermissen beginnt oder gewisse lokale Begebenheiten an die man sich einfach nicht gewöhnen kann. Nach knapp zwei Monaten in Indonesien kann ich langsam auch reflektieren, welche Dinge mir nun wirklich langsam auf den „Sack“ gehen.

Das allein sein

Nun ja ich weiss diesen Punkt habe ich mir wirklich selbst zuzuschreiben. Allerdings muss auch gesagt werden, dass ich den Punkt nicht konstant als negativen Punkt sehe. Um das zu erklären muss ich jetzt einwenig ausholen:

Allein zu reisen ist generell etwas sehr spannendes. Ich möchte jedem wärmstens empfehlen irgendwann auf eine längere oder kürzere Reise allein zu gehen. Man erlebt so viele Abenteuer, kann immer genau das machen worauf man gerade Lust hat und lernt unglaublich viel über einem selber. Ich habe in den letzten zwei Monaten unglaublich viel Zeit mit mir selber verbracht (Also nachgedacht/mich kennengelernt, nichts perverses you dirty mind 😀 ) Ich konnte mich in extremen Situationen erleben und musste für einmal endlich auch wirklich Verantwortung für alles und wirklich alles in meinem Leben übernehmen. Glaubt mir es ist eine Scheissanstrengung sich jeden Tag voll fokusiert durch ein fremdes Land zu manöverieren. Allerdings ist es auch ein tolles Gefühl, jetzt wo ich langsam merke, dass das Reisen langsam zur Routine wird und ich mich langsam aber sicher auch mehr den eigentlichen Sehenswürdigkeiten eines Ortes widmen kann.

Nun jetzt komme ich zum eigentlichen Problem: Immer wieder kommt man auf Reisen an Orte, wo einfach alles zu passen scheint – ausser Jemandem mit dem man diese tollen Momente teilen und geniessen kann. Vielleicht mag dies für einige unverständlich klingen, aber manchmal wäre es einfach schön von jemandem neben mir zu hören: „Woow ist das toll hier, findest du nicht auch Ken?“´.

Gute „non-sense“ Gespräche

Als Lowbudget Reisender übernachtet man oft in Hostels und teilt vielleicht manchmal auch mit anderen Leuten ein Zimmer. Ja, natürlich ergeben sich viele Gespräche hier. Man trifft soviele offene und freundliche Menschen und oft ergeben sich auch wirklich gute Unterhaltungen mit den neuen Bekanntschaften.

Anfangs dachte ich mir eher noch, dass die langen und tiefgründigen Gespräche, dass sein werden, was ich hier am meisten vermisse (auch wenn man wirklich nur sehr selten welche davon hat), jedoch habe ich in letzter Zeit gemerkt, dass es vielmehr die „non-sense“ Gespräche sind die wirklich rar sind und das mich dies langsam zu nerven beginnt.

Eine Aufgabe

Ich hätte echt nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde. Aber ich würde viel dafür geben wieder ab und an einen geregelten Tagesablauf zu haben und irgendeine Arbeit verrichten zu dürfen. Nach einer gewissen Zeit des „einfach in den Tag hineinlebens“ und des „man kommt so weit man eben kommt“, merke ich schon wie ich es vermisse eine richtige Tageststruktur zu haben. Irgendwie kommt mir das was ich zurzeit so mache so sinnlos vor manchmal. Ich meine natürlich mache ich tolle Erfahrungen hier und alles, aber gleichzeitig ist es doch auch so irrelevant für jeden ausser mich schlussendlich und ich daher sehne ich mich  echt wieder danach eine richtige Aufgabe in meinem Leben zu haben.

Formatieren vom Blog

Einer der Gründe warum ich diesen Blog hier für meine Reise aufziehen wollte, war um auf Reisen einen Ausgleich zu haben und manchmal auch wirklich einen Grund zu haben mich auf etwas zu konzentrieren.

Das Schreiben an sich macht mir unglaublich grossen Spass. Ich sprudle manchmal wahrlich vor Ideen für neue Blogposts und muss dann ziemlich herausfiltern, welchen Themen ich mich widmen soll. Ein guter Blog lebt aber nicht nur durch seine guten Inhalte, sondern auch das Visuelle spielt eine sehr grosse Rolle. Das Formatieren auf WordPress stellt aber meistens ein schier unendliches Unterfangen dar. Eigentlich sind es nur sehr kleine Änderungen, die ich teilweise vornehmen muss, wie ein neues Bild oder einen Untertitel einzufügen. Jedoch ist wahrscheinlich auch die Kombination Tablet (natürlich mit externer Tastatur) und Blogschreiben im Nachhinein nicht die beste Lösung. Ich denke mit einem kleinen Notebook wäre ich trotz Zusatzgewicht besser dran gewesen.

Das für dumm verkauft werden

In einem Land wie Indonesien, in dem der Durchschinttslohn bei ca. 240 Fr. pro Monat liegt, ist man als Schweizer seeehr reich. Natürlich wissen dies auch die Locals und versuchen dementsprechend wo es nur geht einwenig von unserem Reichtum zu profitieren. Natürlich ist es für mich okey, höhere Preise als ein Local für gewisse Dienstleistungen oder Güter zu bezahlen, jedoch hasse ich es wirklich wenn mich jemand für dumm haltet, wenn er mir zum x-Fachen des eigentlichen Preises etwas andrehen möchte und gleichzeitig so tut, als ob man den Tiefstpreis angeboten bekommt. Vielleicht werden jetzt viele sagen „ach was, da kann man doch einfach drüberstehen und ruhig bleiben“, aber glaubt mir wenn ich sage das ich es wirklich versucht habe. Ich muss sagen, dass ich an einem Punkt angekommen bin, wo ich eine Pause von dieser Mentalität brauche, denn sonst beginne ich das Land an zu hassen und das wäre ganz klar nicht gerechtfertigt nach all den tollen Erlebnissen die ich in Indonesien machen durfte.

Trotzdem…

Wie ihr seht ist auch auf Reisen nicht immer alles so locker und einfach. Wahrscheinlich sind auch gewisse Punkte von Mensch zu Mensch verschieden, doch für mich persönlich sind diese 5 Punkte die prägendsten. Doch im Grunde genommen bin ich sehr zufrieden mit der ganzen Situation jetzt. Ich bin mir bewusst, dass ich zu einer kleinen Minderheit gehört, die eine solche Erfahrung machen kann und ich will sie dementsprechend auch richtig nutzen und geniessen. Danke fürs „zuhören“ beim Dampf ablassen. 😀

 

 


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Ein Kommentar zu “Reisen – Nicht immer herrscht strahlend Sonnenschein

  1. Schön von dir zu hören, lieber Ken. Genieße deine neue Welt… Schon freuen wir uns auf die nächsten Blogs. Lass es dir wunderbar ergehen. Grüessli Nani und Heinz

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